Krankenkassenleistungen

Bei der Frage nach einer Beteiligung der Krankenkassen an den Kosten für Kontaktlinsen müssen wir zwischen den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und den privaten Krankenversicherungen (PKV) unterscheiden.

GKV
Die Krankenkassen zahlen nur unter bestimmten Bedingungen einen Festbetrag zu den Kosten für Sehhilfen.
Bis zum Ende des 18-ten Lebensjahres zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einmal im Jahr einen festen Betrag pro Kontaktlinsen tragendem Auge, wenn eine "medizinische Indikation" vorliegt. Die Höhe des Festbetrages richtet sich nach der benötigten Kontaktlinse und kann ihnen von ihrem Kontaktlinsenspezialisten gesagt werden. Nach dem 18. Geburtstag gibt es nur noch in Ausnahmefällen einen Zuschuss der Krankenkassen zu den Kontaktlinsen.

Neben dem entsprechenden Alter muss eine der folgenden "medizinischen Indikationen" vorliegen: 

  • Kurzsichtigkeit (Myopie) ab -8,0 dpt
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie) ab +8,0 dpt
  • Irregulärer Astigmatismus (unregelmäßig verkrümmte Hornhaut), wenn sie Sehschärfe mit der Kontaktlinse mindestens 20% besser ist als mit der optimalen Brille.
  • Astigmatismus ab 3,0 dpt
  • Astigmatismus obliquus ab 2 dpt (Achse 45° + 30° oder 135° + 30°)
  • Keratokonus
  • Aphakie (Linsenlosigkeit)
  • Aniseikonie (Bildgrößenunterschied)
  • Anisometropie (Seitenunterschied der Brechkraft) ab 2 dpt


Nach dem 18. Lebensjahr werden Sehhilfen von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst, wenn die Sehschärfe auf dem besseren Auge höchsten 30% beträgt.

Ausnahmen bilden die Verbandslinsen sowie Kontaktlinsen bei spezieller Indikation, wie beim Keratokonus, ab einem festgelegten Stadium.

PKV
Bei den privaten Krankenversicherungen ist eine verbindliche Aussage zur Kostenbeteiligung nicht möglich. Je nach Versicherungsgesellschaft und Vertragsgestaltung sind die verschiedensten Rahmenbedingungen für eine Kostenbeteiligung oder -übernahme gegeben. Bitte schauen sie daher in ihrem persönlichen Vertag nach oder fragen sie ihren Versicherungsvertreter.

Die Pflegemittel müssen in jedem Fall selber bezahlt werden.