Das digitale Zeitalter: So schädlich sind Smartphones und Co. für die Augen

08.04.2019 12:52


Die Digitalisierung bleibt auch bei den Augen nicht unbemerkt. Stundenlanges Starren auf Bildschirm oder Smartphone kann zahlreiche negative Folgen mit sich bringen. Keine rosigen Aussichten stehen bevor: Laut Studien sollen in Zukunft mehr als die Hälfte aller Menschen auf der Welt kurzsichtig werden. Warum das lange Starren auf Smartphones und Co. so gefährlich ist und wie es möglich ist, sich dagegen zu schützen, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Zwar mag vielleicht die Lebenserwartung steigen, die Prognose der Augen sieht hingegen weniger prickelnd aus. Laut University of South Wales könnten bis zum Jahr 2050 rund die Hälfte aller Menschen dieses Planeten kurzsichtig sein.


Der Grund dafür – die Digitalisierung

Vor allem junge Menschen sind stark von diesem Problem betroffen. Einer dieser Hauptgründe ist die Digitalisierung. Das ständige Starren auf Bildschirme aufgrund des ständigen Einflusses von Smartphone, Internet und Co. beweist eines – für die Augen sieht es alles andere als rosig aus.


Ständig online

Es handelt sich jedoch nicht nur um das Smartphone selbst, auch an vielen Arbeitsstellen müssen Menschen tagtäglich auf den Bildschirm starren. Jedoch ist vor allem der private Bereich sehr stark betroffen – über 90 Prozent aller Deutschen besitzen einen Zugang zum Internet, fast 80 Prozent davon benutzen diesen.

Zusätzlich zum Surfen Zuhause ist nun dank des Smartphones auch die Möglichkeit des Surfens unterwegs entstanden.

Das Augenproblem betrifft jedoch größtenteils jüngere Generationen. Der Großteil der Jugendlichen verbringt nicht nur besonders lange im Netz, sie verweilen auch aus anderen Gründen lange vor ihren Geräten.

Laut Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „EY“ nutzen in Deutschland Menschen im Alter zwischen 21 und 30 rund sieben Stunden am Tag das Internet. Natürlich zieht dies auch negative Folgen mit sich. Nicht ohne Grund ist diese Altersgruppe bekannt für die meisten Kurzsichtigen.


Wieso werden die Augen so schlecht?

Viele stellen sich nun die Frage, warum die Augen eigentlich durch diesen ständigen Internetkonsum und verlängerten Bildschirmzeiten so schlecht werden?

Grundsätzlich hängt die Entstehung von Kurzsichtigkeit von drei Faktoren ab: Das sind zum einen der genetische Faktor, der am höchsten ist, danach folgt die Naharbeit, die aufgrund der Digitalisierung immer weiter zunimmt sowie der Tageslichtmangel.

Laut Augenoptiker Dr. Oliver Leick zählen neben diesen drei Faktoren vor allem eine Kombination aus künstlichem Licht und Naharbeit als sehr negativ. In anderen Worten müssen sich die Augen bei diesen Bedingungen stark anstrengen und werden dadurch schneller müde und trocknen aus.


Gibt es Möglichkeiten, um gegen diese Folgen anzukämpfen?

Da die Digitalisierung immer weiter zunimmt, ist es vor allem im Berufsleben kaum noch möglich, der ständigen Arbeit vor dem Computer zu entfliehen. Jedoch sollten sich laut Eike Wenzel des Institutes für Zukunftsforschung die Menschen auch nicht zurücklehnen und mitansehen, wie ihre Sehkraft dahinschwindet.

Es wurden mittlerweile mehrere Möglichkeiten getestet, um das wichtige Sehorgan nicht zu sehr zu belasten:
 

1. Augentropfen

Augentropfen sind das A und O für trockene Augen und können diese auch vorbeugen. Darüber hinaus können sie ohne Probleme über einen längeren Zeitraum hinweg benutzt werden. Findet eine mehrfach tägliche Anwendung statt, sind konservierungsmittelfreie Tropfen zu empfehlen.
 

2. Immer wieder die Naharbeit unterbrechen

Es wurde bewiesen, dass aufgrund der Aufgabenschwierigkeit während der Arbeit am Computer das Blinzeln immer weiter abnimmt. Jedoch ist gerade regelmäßiges Blinzeln sehr wichtig, um die Oberfläche der Augen zu benetzen und den Tränenfilm zu verteilen. Blinzeln an sich hat jedoch nichts mit der Kurzsichtigkeit zu tun.

Bei ständiger Arbeit vor dem Bildschirm sollten die Lider, wenn möglich einmal pro Stunde für ca. 30 Sekunden geschlossen werden. Auf diese Weise kann sich das Auge erholen und es trocknet nicht aus.
 

3. Yoga für das Auge

Auch Training für die Augenmuskeln kann dabei helfen, das Auge zu beruhigen sowie das Nervensystem zu stärken. Hierbei können verschieden Punkte – entweder näher oder weiter entfernt – fokussiert werden. Bei dieser Übung ist es wichtig, auf eine gleichmäßige Atmung zu achten.
 

4. Auf eine gesunde Ernährung achten

Gesunde Ernährung wirkt sich positiv auf das Sehorgan aus. Neben Zink, Vitamin A, C und E, sind auch Omega-3-Fettsäuren sowie Beta-Karotin besonders wichtig für die Augen. Jedoch kann auch Kurzsichtigkeit mithilfe gesunder Ernährung nicht vollständig verhindert werden.
 

5. Sehr wichtig – Tageslicht

Vor allem Kinder sollten täglich mindestens eine Stunde im Tageslicht verbringen, um auf diese Weise Kurzsichtigkeit zu lindern bzw. zu hemmen. Auch Jugendliche und Erwachsene sollten sich ein Beispiel daran nehmen und etwas Zeit außerhalb des Kunstlichtes verbringen. Diese „Outdoor times“ helfen nicht nur gegen das Austrocknen der Augen, sondern auch gegen Müdigkeit.
 

6. Ausgleich des blauen Lichtes

Blaues Licht von digitalen Geräten erweist sich ebenfalls als Störfaktor. Wichtig: Wer am Abend digitale Geräte benutzt, sollte zusätzlich immer weitere Lichtquellen einschalten. Auf diese Weise werden die Augen um einiges weniger belastet.

Während der Arbeit vor dem Computer kann es helfen, den Blick hin und wieder in die Ferne schweifen zu lassen.