Der Vielseitigkeit heutiger Kontaktlinsen sind keine Grenzen gesetzt

08.05.2019 15:43


Wer die Wahl hat, hat die Qual: Die Auswahl an Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen kennt heutzutage keine Grenzen. Für viele Menschen gehört die Brille zum Alltag und zum Outfit wie die Hose oder die Schuhe. Sie spüren die Brille schon gar nicht mehr im Gesicht. Andere Menschen sind Verfechter von Kontaktlinsen. Für sie kommt keine Brille infrage. Heutzutage ist die Auswahl an Kontaktlinsen grenzenlos. Von Form, Farbe und Material bis hin zu den Eigenschaften selbst liefern sie eine große Auswahl. In diesem Bericht sollen die Entwicklungen, Materialien und die neusten Trends vorgestellt werden.


Betrachtet man die Vorteile von Brillen, fallen ein paar Aspekte auf, bei denen Kontaktlinsen durchaus das Nachsehen haben können. Beispielsweise können Brillen bei Erkältungen oder Allergien (Heuschnupfen) getragen werden. Auch bei einer Infektion des Auges oder Trockenheit im Auge können Brillen getragen werden. Sie schützen zudem das Auge vor Sand, Zugluft, Staub oder Insekten. Brillen belasten das Auge nicht, da sie die Augen nicht berührt. Als einen subjektiven Nachteil kann man das Aussehen von Brillen nennen, dieses ist jedoch Geschmacksache. Es gibt jedoch auch einige Nachteile bei Brillen, die sich nicht auf das Aussehen beziehen. An diesen Punkten setzen die Vorteile moderner Kontaktlinsen an. Linsen können im Gegensatz zu Brillen nicht beschlagen. Auch das Verrutschen ist bei Linsen schwieriger. Eine Linse kann nicht zerkratzen. Beim Sport oder auch in der Sauna sind die Vorteile von Kontaktlinsen klar erkennbar. Mitunter können sie sogar beim Schwimmen getragen werden. Sie lassen sich mit herkömmlichen Sonnenbrillen kombinieren. Sonnenbrillen in Sehstärke sind teurer als normale Sonnenbrillen, und wenn sich die Sehstärke des Trägers ändert, müssen diese angepasst werden. Bei Kontaktlinsen entfällt dieser Punkt. Auch schwierige Fälle wie z. B. Hornhautverkrümmung lassen sich mit Linsen korrigieren. Neben medizinischen Nachteilen, die in diesem Artikel nicht explizit behandelt werden, gibt es im Bereich der Kontaktlinsen als Einschränkungen Unverträglichkeiten gegenüber den verschiedenen Materialien. In diesem Fall zeichnen sich moderne Kontaktlinsen durch die Vielfältigkeit der Hersteller, der verwendeten Materialien und durch die vielfältigen Einsatzzwecke aus.


Die Materialunterschiede ermöglichen einen hohen Tragekomfort. Kontaktlinsen lassen sich in Monats-, Tages- und Jahreslinsen einteilen. Die Funktionen reichen über die Korrektur von Weit- oder Kurzsichtigkeit bis hin zu torischen Kontaktlinsen, die einen sphärischen und einen zylindrischen Anteil haben. Diese können eine mögliche Hornhautverkrümmung korrigieren. Bei den Stärken der Linsen unterscheiden sich diese nicht mehr von Brillen. Bei den Werten der Hornhautverkrümmung gibt es noch Unterschiede, da Brillen hier in feineren Schritten angepasst werden können. Kontaktlinsen können jedoch in diesem Fall auch auf Nachfrage bestellt werden, dies hat aber einen höheren Preis zum Nachteil.


Beim Material gibt es beispielsweise harte Kontaktlinsen, Hydrogel- oder Silikon Hydrogel Kontaktlinsen. Man spricht bei den Letzten beiden auch von weichen Kontaktlinsen. Hydrogel zeichnet sich durch einen hohen Wassergehalt aus. Durch diesen ist der Feuchtigkeitsanteil besonders hoch. Je höher der Feuchtigkeitsanteil ist, desto höher ist auch die Sauerstoffzufuhr. Silikon Hydrogel Kontaktlinsen sind ebenfalls weiche Linsen und gilt als das modernste Kontaktlinsenmittel. Im Gegensatz zum herkömmlichen Hydrogel ist der Wasseranteil niedriger, aber die Sauerstoffzufuhr gleichzeitig deutlich höher. Dies wird durch das Silikon realisiert. Dadurch lassen sich die Linsen länger ohne Unterbrechung tragen, als herkömmliche Hydrogel Kontaktlinsen. Für trockene Augen eignen sich die modernen Hydrogel Silikon Kontaktlinsen, die als Monatslinsen erhältlich sind, am besten.


Auch die harten Kontaktlinsen haben sich heutzutage bereits weiterentwickelt. Früher wurden diese aus Plexiglas hergestellt. Durch Plexiglas waren die Linsen zwar sehr stabil, allerdings ist dieses Material auch sauerstoffundurchlässig. Um den Augen nicht zu schaden, waren daher nur kurze Tragezeiten möglich. Aus diesem Grund werden heutige harte Kontaktlinsen mittlerweile aus Silikon oder Fluorkarbon hergestellt. Dieser Linsentyp wird überwiegend als Jahreskontaktlinse verwendet. Eine weitere Neuerung, die erst seit einigen Jahren auf dem Markt ist, sind die Ortho-K-Linsen. Dabei handelt es sich um Linsen, die im Gegensatz zu herkömmlichen Kontaktlinsen über Nacht getragen werden. Ortho-K-Linsen oder auch „Orthokeratologische Kontaktlinsen“ modellieren in der Tragezeit die Hornhaut in eine Form, die das scharfe Sehen nach dem Herausholen ermöglicht. Man trägt dann tagsüber keine Linsen mehr. Bereits nach der ersten Nacht nach dem erstmaligen Einsetzen ist eine Kurzsichtigkeit um bis zu 70 Prozent reduziert. Nach drei bis fünf Tagen ohne Tragen ist die Korrektur wieder verschwunden. Die Hornhaut bildet dann ihre ursprüngliche Form zurück. Das Tragen der Linsen hinterlässt keine Schäden am Auge, muss jedoch unter regelmäßiger fachlicher Beaufsichtigung erfolgen. Auch ist die Behandlung teurer als mit normalen Kontaktlinsen. Aktuelle und preislich attraktive Modelle am Markt können die Kurzsichtigkeiten nur bis maximal -4,5 dpt ausgleichen. Es gibt auch Anbieter, die eine Korrektur über dieses Maß hinaus anbieten, diese sind dann deutlich teurer. Auch ist immer noch das Problem vorhanden, das an längeren Tagen, bei denen Orhto-K-Linsen in der Nacht getragen wurden, die Sehkraft spürbar langsam nachlässt. Bei Autofahrten kann dies ein Nachteil sein. Es wäre daher von Vorteil, eine weitere Sehhilfe wie etwa einer Brille griffbereit zu haben.


Welcher Kontaktlinsentyp zu einem passt, ist stark vom jeweiligen Augentyp und Anwendungsfall (z. B. Weit- und Kurzsichtigkeit) abhängig. Am besten holt man sich bei einem Optiker eine passende Beratung zu dem Thema. Der Vielseitigkeit moderner Kontaktlinsen sind heutzutage keine Grenzen gesetzt, sodass fast jeder, der über eine Sehhilfe nachdenkt, sich mit dem Thema auseinandersetzen kann.