Hilft eine Brille oder sind Kontaktlinsen besser?

04.10.2018 10:38

Harry Potter trägt sie auch - eine Brille

Ein Schüler, der als Brillenschlange verspottet wird, das hat sich, spätestens seit Joanne Rowlings Filmklassiker, erledigt. Im Gegenteil. Ein Nickelgestell auf der Nase wirkt einfach weltmännisch. Im richtigen Leben, wo Wünschen wenig nützt, übersehen Eltern auch schon mal, dass eine Sehschwäche bei ihrem Nachwuchs vorliegt. Konzentriertes Starren auf einen kleinen Bildschirm kann die Augen schädigen. Aber, ist er oder sie kurzsichtig, vielleicht weitsichtig? Hilft eine Brille oder sind Kontaktlinsen besser? Wir bringen Licht ins Dunkel. 

Arten von Fehlsichtigkeit - welche sind häufig? 

Vor dem Gang zum Augenarzt lässt sich für Eltern ziemlich rasch erkennen, unter welcher Seheinschränkung ihr Kind leidet. 

Kurzsichtigkeit – Weitsichtigkeit, die Unterschiede 

Stellen Sie sich zum Überprüfen ganz einfach in der Nähe ihres Sohnes, Ihrer Tochter auf. Das Bild, das er oder sie von Ihnen sieht, fällt durch die Pupille ins Augeninnere. Dort reizt es die Sehzellen der Netzhaut. Im Fall von Kurzsichtigkeit ist der Augapfel einfach ein Stück zu lang gewachsen. Gebündelte Lichtstrahlen treffen sich dadurch nicht auf der Netzhaut. Ihr Kind sieht alles glasklar, wenn es direkt davorsitzt. Alles was weiter weg ist, wirkt unscharf, sogar verschwommen. 

Warum steigt die Zahl kurzsichtiger Kinder heute stark an? 

Mobiltelefone, Computer, Videospiele - moderne Technik fordert Menschen geradezu heraus, Vorgänge aus nächster Nähe zu betrachten. Kinder, in deren Familien Kurzsichtigkeit vorkommt, haben ein vielfach höheres Risiko, ebenfalls eine solche zu entwickeln. Zusätzlich reicht die Menge einfallenden Tageslichts in Klassenzimmern oft nicht aus. Spiegelnde Bildschirme sind von Übel, zugeschaltetes Neonlicht ermüdet die Augen innerhalb kürzester Zeit. Trotzdem lässt sich diese Unsitte nicht aus den Köpfen von Lehrern verbannen. Überbeanspruchung, Vererbung, ein Mangel an natürlichem Licht, in Summe sind dies die Zutaten für Augenprobleme und dies schon im Vorschulalter. 

Vorsorge, was ist da zu tun? 

Klinische Tests haben bewiesen, dass Spiele im Freien einen Beitrag zur Augengesundheit leisten. So unterhaltsam Doktor Google für Kinder ist, das dicke Ende kommt später. Deshalb ruhig restriktiver im Umgang mit technischen Geräten sein und die Tradition des fast vergessenen Familienausflugs wiederbeleben. Wenn möglich, auch unter der Woche. Wirkt Ihr Kind nach der Schule trotzdem müde und frustriert, hat es möglicherweise keine Lernschwäche. Vielmehr steht der Besuch beim Augenarzt an. Der Optiker berät Sie, ob die Brillenfassung zum Wuschelkopf Ihres Sohnes, die Kontaktlinsen zur Irisfarbe der Augen Ihrer Tochter passen. 

Brille oder Kontaktlinsen, das ist die Frage 

Beim Schlendern durch ein Einkaufszentrum lassen sich die Schaufenster von Optikfachgeschäften kaum übersehen. Gerade Kindern fällt es aber schwer, sich zwischen unzähligen rechteckigen, runden, trapezförmigen Fassungen zu entscheiden. Ein weiterer Nachteil ist der Preis. Wer nicht zufällig ein Schnäppchen entdeckt, bei dem Gläser und Gestell gemeinsam angeboten werden, auf den kommen Extrakosten zu. Superentspiegelung, Härtung, UV-Filter, all das ist praktisch, aber nicht umsonst. Ist die erste Begeisterung verebbt, vergisst der Nachwuchs die Brille vielleicht beim Sport, lässt sie in der Schublade liegen oder setzt sich drauf. Kontaktlinsen sind einfach in der Handhabung und erfüllen den Zweck einer zuverlässigen Sehschwächenkorrektur. 

Kinder würden Werwolflinsen wollen 

Damit sich Ihr Kind an die Kontaktlinsen gewöhnt, ist behutsames Vorgehen wichtig. Spielen Sie gemeinsam die nötigen Pflegeschritte durch. Bereits Volksschüler, die ihre Sehhilfe akzeptieren, lernen, Verantwortung zu tragen. Erklären Sie Ihrem Nachwuchs, dass den Linsen Toben nichts ausmacht. Für Neulinge leicht anzuwenden sind 

Tageslinsen: morgens mit Unterstützung der Eltern einsetzen. Am Abend entsorgen – alles ohne Reinigungsmittel. Für Mutige mit mehr Übung gibt es 

2-Wochen-Linsen: kosten weniger, wollen aber konsequente gereinigt werden. Für Profis geeignet sind 

Monatslinsen: täglich in Verwendung, vom Preis her günstig. Auch hier ist Hygiene immens wichtig. 

Gemeinsam mit Augenarzt und Optiker findet sich das passende Linsenmodell. Und modisch sind Kontaktlinsen auch. Welches Mädchen wäre nicht stolz, wenn es Jungs mit ihren blitzblauen Augen verwirrt. Das Geheimnis dahinter kennt nur sie.