Kann mit Kontaktlinsen die Alterssichtigkeit korrigiert werden?

11.09.2018 12:43

Es lässt sich einfach nicht vermeiden. Bei den meisten Menschen setzt ab einem Alter von Mitte 40 die sogenannte Alterssichtigkeit ein. Der Fachbegriff für die Alterssichtigkeit ist Presbyopie. Meistens ist in der Ferne noch alles wunderbar scharf zu sehen. Problematischer ist es dann aber schon, wenn eine Zeitung oder ein Buch gelesen werden soll. Natürlich ist es dann möglich zu den herkömmlichen Hilfsmitteln, wie eine Lesebrille mit Multifokalgläsern oder Kontaktlinsen zurückzugreifen, die die Alterssichtigkeit ausgleichen. Und, wenn es auch problematisch wird, in der Ferne alles klar und deutlich zu erkennen, wird oft zur Gleitsichtbrille gegriffen. Viele haben jedoch mit Gleitsichtbrillen so ihre Probleme und kommen nur bedingt mit ihr klar. Auch insbesondere diejenigen, die bereits vor dem Eintritt der Alterssichtigkeit Kontaktlinsen getragen haben, haben sich an diesen Komfort gewöhnt und möchten diesen auch zukünftig gern beibehalten. In diesem Fall ist es diesen Menschen möglich, sich Multifokallinsen anpassen zu lassen. Hier gibt es drei unterschiedliche Systeme. Diese unterscheiden sich teilweise extrem voneinander.

Das simultane System wird bei den multifokalen Kontaktlinsen genutzt. Dies bedeutet, dass die Zonen für den Nah- und Fernbereich konzentrisch angeordnet sind. Die Linse lässt sich in zwei Zonen aufteilen. Diese sind konzentrisch oder in Multizonen mit sich jeweils abwechselnden Nach- und Fernbereichen angeordnet. Dem Auge ist es möglich alle Bilder aus dem Nah- und Fernbereich gleichermaßen aufzunehmen, unabhängig davon ob es sich um zwei Zonen und Multizonen handelt. Dem Gehirn werden ein scharfes und ein unscharfes Bild übermittelt. Daher benötigt es etwas Zeit um lernen, das richtige Bild zu erkennen. Bei diesen Kontaktlinsen fehlt der Zwischenbereich zwischen Nähe und Ferne. Daher ist es für das Gehirn oftmals nicht leicht, das unscharfe Bild auszublenden. Zusätzlich kann es zudem zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit kommen. Diese stellt sich jedoch nach einer gewissen Zeit ein.

Bei asphärischen Multifokallinsen funktioniert dies etwas anders. Hier ist auch der Zwischenbereich abgedeckt. Zwar sind, wie bei den anderen Kontaktlinsen die Zonen konzentrisch angeordnet, aber der Nah- und Fernbereich geht mühelos ineinander über. Durch das Entstehen einer Vielzahl an Bildern sind vielfach die Kontraste nicht mehr all zu deutlich zu erkennen.

Das alternierende System ist das zweite System an Multifokallinsen. Im Aufbau gleicht dieses den bifokalen Brillengläsern. Dies bedeutet, dass die Kontaktlinse in zwei Bereiche eingeteilt ist. Es gibt im oberen Teil einen Bereich für die Fernsicht und im unteren Teil einen Bereich für die Nahsicht. Damit der Kontaktlinsenträger jedoch scharf sehen kann, ist es bedeutsam, dass die Linse im Auge gut beweglich ist. Beim Lesen wird der Nahbereich vor die Pupille gerutscht. Der Fernbereich liegt unter der Pupille. Damit ein Verschieben der Linse unproblematisch erfolgen kann, sind die Festigkeit und die Position des Unterliedes bedeutsam. Kontaktlinsenträger, die schon länger mit Kontaktlinsen vertraut sind, haben in der Regel keinerlei Probleme mit diesem System.

Um die Alterssichtigkeit mit Kontaktlinsen auszugleichen gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Dies ist die Monovision. Bei dieser Variante wird das als führend bezeichnete Auge in die Ferne berichtigt, das andere Auge wird in die Nähe korrigiert. Problematisch ist hier allerdings das räumliche Sehen. Dies liegt daran, dass immer nur ein Auge alles scharf erkennen kann. Problematisch wird dies insbesondere beim Autofahren.

Egal, welche Linse als geeignet empfunden wird, ein Arzt sollte die Augen genauestens ausmessen. Nur dann ist gewährleistet, dass die Kontaktlinsen auch richtig sitzen. Der Krümmungsradius und dem Durchmesser sind genauso bedeutsam, wie das Material (hart oder weich) aus dem die Kontaktlinsen gefertigt sind. Auch sollte dran gedacht werden, die Kontaktlinsen auf keinen Fall länger als empfohlen zu tragen. Dies ist für die Hornhaut von immenser Bedeutung. Um optimal mit Sauerstoff versorgt werden zu können, benötigt die Hornhaut ein paar Stunden Zeit.

Wie bei allen Kontaktlinsen sind auch bei den Multifokallinsen die Reinigung und Hygiene nicht zu vernachlässigen. Damit sich keine Rückstände der Tränenflüssigkeit oder andere Schmutzpartikel auf der Linsenoberfläche ablagern ist eine gründliche und regelmäßige Pflege der Kontaktlinsen unabdingbar. Der Pflegeaufwand ist umso geringer, desto häufiger die Kontaktlinsen ausgewechselt werden.