Mit der intelligenten Kontaktlinse alles im Blick !

21.08.2018 14:52

Ob vernetzter Elektroroller oder Uhr; smart liegt im Trend. Nun haben es Forscher geschafft, biokompatible Sensoren in herkömmliche Kontaktlinsen zu implementieren. Damit ist der Weg für Smart Lenses und deren kommerziellen Nutzung frei. Ebenfalls überrascht diese Innovation mit zusätzlichen Features. 

Das Forscherteam an der Purdue University in West Lafayette, Indiana, entwickelte eine neue Methode, weiche Kontaktlinsen, wie sie im Handel erhältlich sind, mit biokompatiblen Sensoren zu verbinden. Zweck dieser neuen Technologie ist, Augenerkrankungen gezielter durch Ärzte behandeln zu können. Ebenfalls soll die Linse verschiedene Daten vom Körper des Patienten erfassen können. So sind die eingebetteten Sensoren befähigt, etwa den pH-Wert oder das Lactat zu messen. In der Tränenflüssigkeit wird zudem der Glukosegehalt festgestellt. Damit liefern die Smart Lenses Informationen im Zusammenhang mit Hypoxie und Diabetes, die in direkter Verbindung mit der Augengesundheit stehen. Als spezielles Features ist die Linse ebenfalls so konzipiert, dass über diese Medikamente verabreicht werden können. 
 

Google und Microsoft


Das erste Unternehmen, das sich an dieser Technologie versuchte, war kein geringeres als der Internet-Gigant Google. Diese hatten Anfang 2014 bereits mit einem Forschungsprojekt an Kontaktlinsen begonnen. Hier wurde ein ähnliches Konzept verfolgt. Linsen kombiniert mit Sensoren und einer Antenne. Ähnlich wie 2012 Microsoft, wollte das Unternehmen in seinem Forschungsprojekt den Glukosegehalt in der Tränenflüssigkeit messen, um Diabetikern zu helfen. Warum sich ausgerechnet zwei Schwergewichte wie Google und Microsoft um Diabetes kümmern, bleibt jedoch offen. Als Hintergrund scheint jedoch plausibel, dass sich Apps und Programme auf den unterschiedlichen Systemen als lukrativ erweisen könnten. Jedoch nutzten die Unternehmen spezialgefertige Linsen, die die langfristige Tragbarkeit und Reproduzierbarkeit einschränken. 
 

Gefragte Technologie 


Das Forscherteam um den Assistenzprofessor Chi Hwan Lee, von der Purdue University, konnte durch die neue Herangehensweise eine neue Art der smarten Kontaktlinse schaffen. Diese verfügen über das optimale Design sowie die passenden Materialien, die mit den entsprechenden Herstellungsmethoden verbunden werden. 

Die Idee und die Technologie hinter dem Projekt wecken auch anderenorts Begehrlichkeiten. So hat ein koreanisches Forscherteam am Ulsan National-Institut für Wissen und Technologie in Südkorea ebenfalls eine flexible und smarte Kontaktlinse entwickelt. Diese misst den Glukosewert in der Tränenflüssigkeit. Bei einem zu hohen Wert beginnt ein LED-Licht zu blinken, das in die Linsen eingearbeitet ist. Diese Innovation befindet sich bereits in einer Testphase an Kaninchen. Um eine sichere Nutzung zu gewährleisten, wurden die Energieversorgung, die Glukosesensoren und die LED in ein Hybridmaterial eingearbeitet. 

An der Oregon State University wird zudem an einer Kontaktlinse gearbeitet, die neben dem Glukosewert auch den pH-Wert und den Harnsäurelevel erfassen kann. Die Universität Waterloo hingegen hat eine harte smarte Linse entwickelt, die die Messergebnisse an ein Smartphone senden kann. 
 

Smarte Kontaktlinsen der Zukunft 


Das Rennen um die innovative Technologie ist längst in den Endspurt übergegangen. Viele arbeiten in der Zwischenzeit an den smarten Linsen, die Gesundheitsdaten abrufen und diese an mobile Empfänger senden können. Ebenfalls sollen diese Medikamente bei Bedarf substituieren können. Damit ist diese Technik in ein Metier vorgedrungen, in der diese kommerziell lukrativ sind und einen sicheren Nutzen für Patienten und Träger bieten können. Die ersten Prototypen des Forscherteams von Assistenzprofessor Chi Hwan Lee gehen in naher Zukunft in die Testphase.